Gallensteine

Die häufigste Ursache für die Entfernung der Gallenblase sind Gallensteine. Das Gallensteinleiden ist ein häufiges Krankheitsbild, welches bei Symptomen chirurgisch angegeangen werden muss.

Wellenförmig ( kolikartig ) auftretende Schmerzen nach fettreicher Nahrung im rechten Oberbauch mit z.T. Ausstrahlung in das rechte Schulterblatt sind typisch. Übelkeit und Erbrechen sind häufige Begleitsymptome. Der Schmerz kann auch als Dauerschmerz imponieren, vorallem dann, wenn das Gallensteinleiden mit Komplikationen verbunden ist. Komplikationen sind eine Gallenblasen-entzündung, die bei Perforation eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung verursachen kann. Weitere gefürchtete Komplikationen sind die Bauchspeicheldrüsenentzündung ( Pankreatitis ) sowie die Gallengangsentzündung ( Cholangitis ). Ist das Gallensteinleiden mit Komplikationen verbunden, treten Allgemeinsymptome wie Fieber, Schüttelfrost, Gelbverfärbung der Haut und Skleren ( Ikterus ), Abgeschlagenheit und Kreislaufprobleme hinzu.

Rezidivierend auftretende Schmerzen mit oder ohne Komplikationen bei nachgewiesenen Gallensteinen stellen eine absolute Operationsindikation dar. Jedoch keine Regel ohne Ausnahme ( Alter, Nebenerkrankungen, etc. ). Es gibt keine Medikamente, welche die Steine auflösen. Die Steinzertrümmerung, wie z.B. bei den Nierensteinen, hat keine Bedeutung.

Die Methode der Wahl ist die Enfernung der Gallenblase mit der minimal invasiven Methode. Die Operation erfolgt in Allgemeinnarkose. Mittels drei bis vier kleinen Incisionen, einer Kamera und Arbeitsinstrumenten wird die Gallenblase entfernt. Die Schmerzen nach der Operation sind weniger gross als bei der konventionellen, offenen Operation. Die Hospitalisationsdauer beträgt ca. ein bis vier Tage, bei normalem Verlauf.

Die Gallenblase dient als Reservoir. Nach deren Entfernung fliesst die Galle, die in der Leber produziert wird, direkt über den grossen Gallengang in den Zwölffingerdarm. Verdauungsprobleme treten deshalb sehr selten auf.


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Copyright 2008 Dr. med. Jean-Michel Lindenmann.